Westernturnier – Wegweiser für Einsteiger

Völlig verwirrt

Ich kann mich noch ganz genau an die Vorbereitungen zu meinem ersten Westernturnier erinnern. Das war damals noch mit meiner Stute und ich bin total ahnungslos und planlos gewesen. In welcher Disziplin starte ich denn? Welche Leistungsklasse muss ich reiten? Muss ich Mitglied in einem Verband sein oder kann ich auch erst mal so rein schnuppern? Welche Verbände gibts denn und was sind die Besonderheiten?  

Aus meiner Erfahrung von über 10 Jahren Turnierreiten, weiss ich, dass man sich viele Infos über Verbände, Leistungsklassen bzw. Level, Disziplinen etc. mühsam zusammen suchen muss. Mit diesem Artikel will ich alle relevanten Infos kompakt und übersichtlich, aber ausführlich zusammenfassen. Danach hast du einen Überblick, welche Verbände und Disziplinen es gibt und was deren Besonderheiten sind und wie du am besten anfängst. Und sollten dir doch noch Infos fehlen, dann melde dich gerne bei mir.  

Warum solltest du auf’s Turnier gehen?

Erst einmal macht es unglaublich viel Spass zusammen mit deinem Pferde ein Wochenenden auf einem Westernturnier zu verbringen. Ihr wachst zusammen und verbringt viel Zeit miteinander, das stärkt eure Beziehung und du lernst Dein Pferd noch einmal ganz anders kennen. Ihr verbringt den ganzen Tag zusammen und ich persönlich finde es interessant herauszufinden, wie gut wir zusammen eine Aufgabe reiten können. Der Wettbewerb mit den anderen Teilnehmern macht Spass und spornt an besser zu trainieren und besser zu reiten. Ausserdem haben sich schon ein paar Freundschaften auf dem Westernturnier ergeben. Wenn du ein paar Gleichgesinnte im Stall hast, die gemeinsam mit dir teilnehmen, entstehen oft dadurch tiefe Freundschaften. Man unterstützt sich gegenseitig bei Stress, Lampenfieber und teilt Freude oder auch Enttäuschung miteinander. Und danach hast du definitiv wieder neue Ziele vor Augen und bist motiviert für die nächste Unterrichtsstunde bei deinem Trainer.

Die Aufregung lohnt sich

Auch wenn es natürlich ein wenig Aufregung für dein Pferd ist, mit dem Hänger ins Unbekannte zu fahren und dort ein Menge anderer Pferde kenne zu lernen. Es wird mit jeder Turniererfahrung entspannter mit dieser Situation. Ich glaube fest daran, dass es deinem Pferde schon Spass macht mit dir zusammen zu sein und gemeinsam entspannt etwas zu erreichen. Ein Westernturnier ist dafür genau das Richtige.

 

Was erwartet dich auf einem Westernturnier

Neben dem vorher schon erwähnen Gründen warum du auf ein Turnier gehen solltet, erwartet dich hier eine ganze Reihe spannender Disziplinen für jeden Geschmack und jedes Niveau. Ob Anfänger oder Profi, du wirst immer Herausforderungen finden und dich mit Gleichgesinnten sportlich messen können. Natürlich ist auch ein wenig Aufregung und Lampenfieber dabei, aber das gehört dazu. Ohne den kleine Adrenalin-Kick wärst du nur halb so erfolgreich.

Selbst die großen Turniere, wie die Q19…in Aachen oder die German Open in Kreuth, sind entspannte Westernturniere auf denen immer Musik, mal mehr mal weniger Country, läuft und wo man sich mit vielen netten Menschen austauschen, fachsimpeln und sein Können messen kann. Mir persönlich gefällt am Turnierreiten die Atmosphäre und die Inspiration und Motivation. Es ist sooo toll gute Reiter zu sehen und sich etwas von ihnen abzuschauen. Auch bekannte Trainer kannst du dort treffen und dich inspirieren lassen. Ich bin danach immer wieder richtig motiviert, weiter zu trainieren und mit meinem Pferd Angelo besser, feiner, weicher und entspannter zu werden. 

 

Welche Disziplinen findest du auf dem Westernturnier?

Durch die Vielzahl von Disziplinen ist das Westernturnier meiner Meinung nach sehr interessant, vielseitig und abwechslungsreich. Egal, ob du als Teilnehmer oder als Zuschauer dort bist, es wird nicht langweilig. Jede Disziplin hat etwas für sich und stellt unterschiedliche Herausforderungen an die Teilnehmer.

Die gängigsten Disziplinen stelle ich dir hier vor. Jede von Ihnen hat besondere Herausforderungen und es wird entweder der Reiter, das Pferd oder beide gewertet. 

 

Westernturnier Reining PatternReining 

Die Reining zeichnet sich durch die rasanten Manöver wie die Sliding Stops (gleitende Vollbremsung aus dem vollen Galopp auf der Hinterhand), Spin (schnelle Drehung auf der Hinterhand) und Roll-Backs (180 Grad Wendung auf der Hinterhand nach einem Sliding Stop) aus. Sie verlangt, dass du dein Pferd sehr gut ausbildest, damit es sich mit nur wenig sichtbaren, besser ohne erkennbare Hilfen vollständig kontrolliere lässt. Die Reining wird komplett im Galopp geritten.

Die einzelnen Elemente der Reining sind aus Aufgaben aus der Rinderarbeit abgeleitet. Außer den oben genannten Manövern gibt es noch den Run Down (Beschleunigung an der langen Seite der Halle) und die Figure eigth (zwei Zirkel mit jeweils einem fliegenden Wechsel am X-Punkt).

Reining ist die einzige Westerndisziplin, die von der Internationalen Reitervereinigung anerkannt ist.

Westernturnier Ranch Riding PatternRanch Riding

In der Ranch Riding will der Richter ein in allen Gangarten leicht zu kontrollierendes, williges Pferd sehen, wobei eine leichte Zügelverbindung gewünscht wird. Typische Manöver sind der extended Trot und Lope, sowie der Side-Pass, Galoppwechsel (einfach oder fliegend) und das überreiten von Stangen.

In diese Prüfung soll die Vielseitigkeit des Ranch Pferdes gezeigt werden.

Western Pleasure

In der Pleasure will der Richter sehen, dass dir das Reiten Freude macht. Deswegen soll dein Pferd gut ausgebildetes sein, um es ruhig, gelassen, taktrein, gleichmäßig am angemessen losen Zügel und mit feinen Hilfen vorzustellen. Dein Pferd soll stets aufmerksam sein und in einer seinem Exterieur entsprechenden Kopffhaltung laufen.

In der Prüfung werden die drei Gundgangarten, die Bewegungsqualität und die Gesamterscheinung des Pferdes beurteilt.

Die Pleasure wird in der Gruppe geritten. Schnellere Pferde dürfen innen überholen, sollen aber niemanden behindern. Das Ende der Prüfung ist immer ein Rückwärtsrichten des Pferdes. Auch das soll mit minimalen Hilfen und willig ausgeführt werden. Natürlich solltest du gerade rückwärts gehen. Dein Pferd darf nicht nach einer Seite ausbrechen.

 

Westernturnier Horsemanship PatternWestern Horsemanship

In der Horsemanship tritt deine Leistung als Reiter in den Vordergrund. Der Richter bewertet deine Hilfengebung, deine Haltung in den einzelnen Lektionen und die sehr exakte Ausführung der Aufgabe an den vorgegeben Markern. Die Manöver sind nicht spektakulär wie in der Reining, aber sie sind penibel genau zu reiten.

Laut Regelbuch kann zu der Einzelaufgabe noch eine Railwork verlangt werden. Sie ist wie eine Pleasure und fliesst zu 20% in deine Gesamtwertung ein. Allerdings wird heute kaum noch eine Railwork gefordert.

Westernturnier Western Riding PatternWestern Riding

Das typische an der Western Riding sind die vielen, auf den Punkt genau zu reitenden fliegenden Wechsel. Sie ist eine der anspruchsvollsten Disziplinen und du sottest sie erst starten, wenn Dein Pferd sehr gut ausgebildet ist und die schon en wenig Turniererfahrung gesammelt hast.

Ziel in der Western Riding ist die Vorstellung eines Pferdes, das losgelassen und mühelos die Aufgabe bewältigt. Punkten kannst du bei dieser Disziplin durch weiche, taktreine Gänge und punktgenaue Wechsel bei gleichbeliebendem Tempo während der gesamten Aufgabe.

 

Westernturnier Trail Pattern Trail    

Der Trail ist eine Geschicklichkeitsprüfung in der du mit deinem Pferd mindestens sechs Hindernisse bewältigen musst. Dabei werden Nervenstärke und gegenseitiges Vertrauen zwischen Reiter und Pferd gefordert. Zu den Hindernissen gehört immer ein Tor, das du durchreiten musst, ein Brücke, über die dein Pferd vorsichtig aber bereitwillig schreiten muss und natürlich verschiedene Stangenhindernisse. Die Stangen dürfen beim überreiten in verschiedenen Gangarten nicht von deinem Pferd berührt werden. Auch das Stangen-L oder Stangen-U soll dein Pferd ohne berühren der Stangen rückwärts gerichtet bewältigen.

Ein gutes Trailpferd bewältigt unerschrocken, überlegt und vertrauensvoll jedes Hindernis.

 
 

Horse and Dog Trail

Der Horse & Dog Trail ist bei der EWU eine Sonderform und seit  2014 als Disziplin mit Punktewertung anerkannt.

Grundlage ist der Trail wobei die Hindernisse zusätzlich mit deinem Hund zu absolvieren sind. Manche Hindernisse reitet ihr zu dritt, bei anderen schickst du erst deinen Hund vor oder legst erst den Hund vor dem Hindernis ab, durchreitest es mit deinem Pferd und holst dann deinen Hund nach.

Es sind immer die lustigsten und schönsten Prüfungen auf dem Turnier, weil auch die Hunde in der ungewohnten Arena leicht abgelenkt werden von dem ganzen Drumherum.

 
 

Westernturnier Superhorse PatternSuperhorse

 

Auch die Superhorse Prüfung wird nur auf EWU Turnieren angeboten. Sie verbindet Elemente aus den vier Disziplinen Reining, Ranch Rinding, Trail und Western Riding. Du brauchst hier ein sehr gut ausgebildetes Allroundpferd. Da sie auch für Dein Pferd sehr anspruchsvoll ist, muss es mindestens sieben Jahre als sein, bevor du hier starten darfst. 

 
 

Showmanship at Halter

Die Showmanship ist keine Reitprüfung, sondern du führst dem Richter dein Pferd vor. Dein Pferd soll sich willig präsentieren und bei dir sein, so dass du auch hier nur minimale Hilfen benötigst, um die vorgegeben Aufgabe zu bewältigen. Der Richter bewertet die dieser Disziplin auch den Zustand von Pferd, Reiter, Ausrüstung und Kleidung. Wichtig ist die korrekte Aufstellung des Pferdes.

 

Working Cowhorse

Working Cowhorse ist eine Rinderdisziplin und besteht aus zwei Teilen, bei der zuerst eine Reining geritten wird. Man nennt das die „Dry Work“. Danach folgt die „Fence Work“.  Hier muss ein Rind in einem Zeitraum von 2 Minuten zuerst an der kurzen Seite kontrolliert und dann an langen Bande jeweils 1 mal gegen die Bande gewendet werden. Danach muss der Reiter es zu je einem Zirkel rechts- und linksherum dirigieren.

Cutting

In diese Disziplin muss der Reiter ein Rind aus einer Herde „herausschneiden“ (to cut) und am zurückkehren hindern (Dauer2,5 Min). Sobald das Rind von der Herde getrennt ist, arbeitet das Cuttingpferd eigenständig. Der Reiter darf nicht mehr mit Zügelhilfen eingreifen. Das Pferd „liest“ die Bewegungen des Rind durch seinen angeborenen Cowsense. So verhindert es das zurückkehren zur Herde.
 

Hunter under Saddle

Wie in der Pleasure wird diese Prüfung in der Gruppe geritten. Da sie an die britische Tradition der Jagdritte angelehnt ist werden hier fließende und raumgreifende Gänge gefordert. Die Gangarten Walk, Trot (Leichttraben) und Arbeitsgalopp (Canter) werden auch hier durch den Richter angesagt. Die Pferde werden in englischer Zäumung und Sattel vorgestellt. Auch die Kleidung der Reiter ist dem entsprechend. 
 
 

Welche Verbände gibt’s

Westernturniere werden von verschiedenen Verbänden angeboten und von deren Mitglieder organisiert. In Deutschland gibt es drei große Westernreiterverbände, welche ich dir im Folgenden vorstellen werden. In jedem Verband kann man an Einstiegsdisziplinen teilnehmen ohne gleich Mitglied im Verband werden zu müssen. Du kannst dir also erst einem in Ruhe ansehen, wie die Turniere sind und erst einmal mitreiten und die Gegebenheiten kenne lernen.

 

EWU – Erste Westernreiter Union Deutschland e.V.

Die EWU ist ein rassenoffener Verband, der sich sowohl dem Breitensport als auch dem Spitzensport verpflichtet fühlt. Er hat in Deutschland (ca. 10.000 Mitglieder) und Europa die meisten Mitglieder und wurde 1978 gegründet. Seit 1993 ist die EWU auf Bundesebene freier Anschlussverband der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).
Jährlich werden knapp 300 Turniere veranstaltet vom Einsteigerturnier bis zu den Deutschen Meisterschaften der German Open. Dabei setzt sie sich für fairen und schonenden Sport ein. 

Die EWU ist in 15 Landesverbände unterteilt. 

Die Reiter werden in der EWU in Leistungsgruppen eingeteilt. Ohne Mitgliedschaft startest du in der LK5, mit Mitgliedschaft oder dem Westernreitabzeichen 3 in der LK4. Für jede Platzierung bekommst du Leistungspunkte, die sich im Laufe des Jahre addieren. Ab einer bestimmten Anzahl von Leistungspunkten steigst du im nächsten Jahr in die nächsthöhere Leistungsklasse auf bis maximal in die LK1. Alle Infos zur Leistungsklasseneinteilung und den Aufstiegsregelungen findest du HIER.

Auch die Turniere haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Die Platzierungen auf C-Turnieren (Einsteiger) zählen einfach, die auf B-Turnieren (Landesmeisterschaften) 1,5-fach und auf A-Turnieren 2-fach. Durch die Teilnahme an Q-Prüfungen kannst du sich für die German Open qualifizieren, jedoch musst du hier mindestens in der LK2 sein. Für Jungpferdeprüfungen und Mannschaftsklassen ist auch die LK3 zugelassen.

Seit 2018 gibt es den LK3 Sport Award. Jedes Jahr wird mit der Siegerehrung auf der German Open die neue Disziplin fürs kommende Jahr bekannt gegeben  (für 2020: Reining). Jede deiner Platzierung, die du in deinem eigenen Landesverband erreichst fliesst in die Wertung ein. Die EWU übernimmt die die Office Charge und die Stargebühren für die Finalritte.

Die EWU bietet auf den Turnieren alle oben genannte Disziplinen an. Die Rinderdisziplin gibt es allerdings nicht auf jedem Westernturnier, da hier der Aufwand und die Tierschutzbestimmungen deutlich höher sind.

Monatlich erscheint das Magazin „Westernreiter„.

 

DQHA – Deutsche Quarterhorse Association

Die DQHA wurde bereits 1975 in Erfstadt gegründet. Sie ist eine Tochter des weltweit größten Pferdezuchtverbandes AQHA (American Quarter Horse Association) in Amarillo, Texas. Die AQHA hat sich der Zucht der American Quarter Horse angenommen. Alle weltweit gezüchteten QH müssen im Zuchtverband in Amarillo eingetragen sein. Die DQHA hat in Deutschland mehr als 7.000 Mitglieder. Seit 1993 ist der Verband als Zuchtverband anerkannt und seit 2007 ist er Mitglied der FN. Sinn und Zweck des Vereines ist die Verbreitung und Förderung der Rasse American Quarter Horse nach den Richtlinien der AQHA.

Zur Förderung der Rasse werden jährlich in Deutschland ca. 60 AQHA Shows (bedeutet Westernturnier) organisiert. Zum Teil werden sie von der DQHA selbst organisiert, zum Teil von den Regionalverbänden. Hier werden separate Klassen für Profis (Open), Amateure und Einsteiger (Novice) und Jugendliche (Youth) angeboten. Höhepunkt ist die jährliche Q mit der DQHA Futurity und Maturity.

Auch auf den DQHA Shows kannst du oben genannte Disziplinen nennen. Da es aber ein Zuchtverband ist, sind hauptsächlich American Quarter Horses zugelassen. Zu den Ausnahmen bei den Show-Formaten mehr. Es gilt das Regelbuch der AQHA und alle Ergebnisse werden weltweit in Amarillo der World Show Qualifikation bei der AQHA gemeldet. Das Leveling, also die Klassen in denen su starten kannst und die Art der Shows ist etwas komplizierter als bei der EWU. Deswegen im Anschluss eine kleine Übersicht inlisive der Links zur Info der DQHA:

Die Show-Formate:

  • AQHA/DQHA Shows: Hier musst du Mitglied in der AQHA sein, um starten zu dürfen. Deine Wertungen gehen in die AQHA-High-Point und die All-Around-Wertung ein.
  • DQHA Shows: nur von der DQHA anerkannte Shows. Hier dürfen auch Nichtmitglieder starten allerdings nur mit einem American Quarter Horse. Diese Shows können auch als „rasseoffen“ ausgeschrieben werden, dann können auch andere Pferderassen teilnehmen. Die Punkte zahlen nicht in die AQHA-High-Point Wertungen oder in die DQHA Wertungen ein.
  • DQHA Direct-Shows: analog zu AQHA Shows, um den Teilnehmern das Umsteigen in die AQHA Shows zu erleichtern. Hier wird eine DQHA-Lifetime-Punktewertung getrennt für Reiter und Pferd geführt. Du kannst auch als Nichtmitglied starten.
  • All Novice Shows: Kombination aus Vorbereitungskurs und Show für Einsteiger und Mitglieder. Die Wertung gehen  in die Novice-Wertung des jeweiligen Verbandes ein. Hengste sind nicht zugelassen.
  • Ranch Horse Versality Shows:  Vielseitigkeitsprüfung bestehend auf fünf Prüfungen: Ranch Riding, Ranch Trail, Ranch Cutting, Working Ranch Horse und Ranch Conformation. Die DQHA führt einen Versality Ranch Horse Cup aus, bei dem das Pferd gewinnt, das in den einzelnen Teildisziplinen die meisten andern Pferde besiegt hat.

Hier der TurnierKnigge der DQHA: Turnierknigge_fuer_Einsteiger

Auf AQHA und DQHA Shows gibt es die Divisionen Rookie, Level 1 (vorm. Novice) Youth, Youth, Level 1 (vorm. Novice) Amateur, Amateur und Open eingeteil. In welchem Level/Division du genau auf einem Westernturnier startest entnimmst du am einfachsten aus dem AQHA-DQHA_Turnier_-_Startleitfaden_01 :

 

Westernturnier AQHA-DQHA_Turnier_Startleitfaden_Bild

 
Monatlich erscheint die Verbandszeitschrift „Quarter Horse Journal„.
 
 

NRHA – National Reininghorse Association Germany e.V.

In der NRHA dreht sich auf einem Westernturnier alles rund um die Disziplin Reining, wie der Name ja schon sagt. Sie wurde 1987 gegründet und hat aktuell ca. 2.500 Mitglieder und ist in 11 Regionalgruppen unterteilt. Sie ist der weltweit zweitgrößte REiningverband nach den USA. Turniere werden zum einen von den Regionalgruppen ausgerichtet. Das sind jährlich ca. 35 über ganz Deutschland verteilt. Die NRHA Germany organisiert insgesamt ca. 5 Turniere, davon zwei große Turniere pro Jahr, nämlich die NRHA Breeders Futurity und das NRHA Breeders Derby. Teilnehmen können Einsteiger genauso wie Profis.

Eine Mitgliedschaft bei der NRHA hat folgende Vorteile:
  • gezielte Jugendförderung
  • eigene Highpointwertung
  • spezieller Breeders Award
  • SSP Programm zur Jungpferdeförderung
  • Kurse, Camps etc. auf Regionalebene
  • regionale und bundesweite Westernturniere
Die Starberechtigungen bei der NRHA richten sich zum Teil nach den erzielten Gewinnsummen. Eine Übersicht über die zahlreichen Levels für Pferd und Reiter findest du im aktuellen Regelbuch des Verbandes ab Seite 49/50 oder eine Kurzform auf der Seite der NRHA Nord.
 
 Auch die NRHA hat ihre eigene Verbandszeitschrift, die sich „Quarter Horse“ nennt.

Unterschiede im Überblick

Ich habe hier mal versucht dir kurz und knapp die größten Unterscheide gegeneinander zu stellen. Je nachdem was du für Ziele auf dem Westernturnier hast, ergeben sich unterschiedliche Vor- oder Nachteile in den einzelnen Verbänden. Letztendlich muß eine Entscheidung für einen Verband nicht umbedingt bedeuten, dass du nicht auch das eine oder andere Turnier in einem anderen Verband starten kannst. So kannst du natürlich auch erst einmal testen, wie dir die Westerntuturniere, die Anforderungen und das Leistungsniveau zusagt.

EWU im Überblick

  • ca. 300 Turniere pro Jahr bundesweit
  • LK5 (Einsteiger) ohne Mitgliedschaft möglich
  • alle Turniere "rasseoffen"
  • viele verschiedene Disziplinen

DQHA im Überblick

  • ca. 60 Turniere pro Jahr bundesweit
  • nur DQHA Direct Shows ohne Mitgliedschaft möglich
  • nur QH zugelassen, außer speziell ausgeschriebene Turniere
  • viele verschiedene Disziplinen

NRHA im Überblick

  • ca. 40 Turniere pro Jahr bundesweit
  • einige Level auch ohne Mitgliedschaft möglich
  • alle Turniere "rasseoffen"
  • Reining als einzige Disziplin

Welcher Verband ist der beste für dein erstes Westernturnier?

Die entscheidende Frage ist nun, in welchem Verband du Mitglied werden solltest. Zuerst einmal kannst du bei jedem Verband einmal reinschnuppern oder einfach mal auf ein Westernturnier als Zuschauer fahren, um zu schauen, ob es dir dort gefällt und dir die Atmosphäre und die Disziplinen zusagen. 

Du kannst dich auch auf den jeweiligen Seiten umsehen, um zu schauen wo die Turniere genau stattfinden. Vielleicht ist es für dich wichtig, dass es genügend Turniere mit vielen verschiedenen und vielseitigen Disziplinen in deiner Nähe stattfinden. Dann wäre die EWU die bessere Wahl. Wenn du dich nur auf Reining spezialisieren möchtest, dann gehts das hervorragend in der NRHA. Und dann sind ja noch die Freunde aus dem Stall, die dich sicherlich beeinflussen, weil man ja gerne zusammen losfährt. Lass dich im Zweifelsfall davon nicht beeinflussen, denn es macht wenig Sinn auf ein Westernturnier zu gehen, wenn du darauf wenig Lust hast oder gerne vielseitig reiten möchtest, aber „nur“ Reining reden kannst. 

Schau einfach was für dich am besten pass und wo du dich wohl fühlst.

Nun bin ich gespannt auf welchem Turnier ich dich demnächst treffen werde. Sag gerne mal Bescheid.

Bis bald Michaela

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